Duolingo Japanisch: Was der Kurs gut macht und was er stillschweigend auslässt

Ein ehrlicher Test von Leuten, die die Schriften selbst unterrichten: die Kana, die Reihenfolge der Kanji, das voreingestellte Rōmaji und die vier Lücken, die du selbst schließen musst.

By glot.space·

Ist Duolingo gut, um Japanisch zu lernen?

Duolingo Japanisch ist ein echter Kurs, kein Spielzeug. Hiragana und Katakana bringt er dir sauber bei, und die kostenlose Version ist wirklich brauchbar. Seine Grenzen sind klar umrissen: Kanji tauchen in der Reihenfolge auf, in der die Sätze sie brauchen, Grammatik begegnet dir, statt erklärt zu werden, und sprechen lernst du nicht. Nimm ihn als erste Schicht.

Was Duolingo Japanisch 2026 wirklich ist

Duolingo Japanisch ist ein einziger senkrechter Pfad aus kurzen Lektionen, gebündelt zu Einheiten, die wiederum zu Abschnitten gebündelt sind. Wenn ein Test, den du gerade liest, einen Baum aus Fähigkeitsblasen beschreibt, in dem du frei herumspringen kannst, beschreibt er eine App, die es seit 2022 nicht mehr gibt: Damals hat Duolingo den Baum durch den Pfad ersetzt und die Reihenfolge für alle festgezurrt.

Den Kurs auf Deutsch gibt es, und er ist neu

Das hier sieht kein englischsprachiger Test: Japanisch ab Deutsch ist nicht dasselbe Produkt wie Japanisch ab Englisch. Lange hatten Deutschsprachige keine Wahl und mussten Englisch als Ausgangssprache nehmen. Das gilt nicht mehr. Am 30. April 2025 hat Duolingo 148 Kurse auf einen Schlag veröffentlicht und damit seine sieben gefragtesten nicht-englischen Sprachen, darunter Japanisch, aus allen 28 Oberflächensprachen heraus verfügbar gemacht. Japanisch ab Deutsch gehört dazu.

Zwei Dinge solltest du daraus mitnehmen. Erstens sind diese Kurse auf Anfängerniveau gestartet, A1 bis A2, und Duolingo hat sie gebaut, indem es einen gemeinsamen Grundkurs mit generativer KI angepasst hat — nicht, indem es einen Kurs für Deutschsprachige geschrieben hat. Zweitens haben sie aufgeholt: Seit April 2026 gibt es die fortgeschrittenen Inhalte unabhängig davon, aus welcher Sprache heraus du lernst. Der deutschsprachige Kurs reicht heute also genauso weit wie der englischsprachige.

Was bleibt: Nichts darin ist für dich gemacht. Erklärungen, Beispiele und Tempo kommen aus derselben Form wie für alle anderen. Und wenn du auf eine deutschsprachige Anleitung stößt, die immer noch behauptet, du müsstest zwingend Englisch als Ausgangssprache wählen, dann stammt sie aus der Zeit vor April 2025.

Der GER sagt dir etwas, der JLPT zählt

Der Kurs ist am GER ausgerichtet, dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, und nicht am JLPT, also an genau der Prüfung, die für Japanischlernende zählt. Im April 2026 hat Duolingo angekündigt, dass neun Kurse inklusive Japanisch jetzt bis B2 führen, was das Unternehmen einem Duolingo-Score von 129 zuordnet. Vorher war bei A2 Schluss, einem Duolingo-Score von 59.

Das ist eine echte Erweiterung, und sie braucht eine Einschränkung. Den GER kennst du aus der Schule, aus der Volkshochschule und aus deinem Lebenslauf, und genau das ist die Falle: „B2“ klingt für dich nach etwas sehr Konkretem. Dieses B2 ist aber Duolingos Behauptung, auf Duolingos eigener Skala, gemessen an Inhalten, die Duolingo selbst geschrieben hat. Es ist kein JLPT-Ergebnis, und eine öffentliche Zuordnung zwischen Kurs und Prüfung gibt es nicht — dein Fortschrittsbalken kann dir also nicht sagen, ob du für N5 oder N3 bereit bist. Dazu kommt: Eine GER-Stufe auf Japanisch kostet dich als deutschsprachige Person deutlich mehr Stunden als dieselbe Stufe auf Spanisch. Die Skala erwähnt das nirgends.

Das steckt im aktuellen Kurs:

Teil des KursesWas es ist
Der PfadGeordnete Einheiten kurzer Lektionen, kein Vorspulen
Zeichen-TabsGetrennte Tabellen für Hiragana, Katakana und Kanji, mit eigenen Übungen
StoriesKurze bebilderte Dialoge, durch die du dich tippst
DuoRadioAudiofolgen im Lerntempo
Sprech- und HörlektionenSeit dem Kursumbau 2025 fest im Pfad
Mini-EinheitenKürzere Einheiten für die Mittelstufe, für Duolingo-Scores zwischen 60 und 130
Explain My AnswerGrammatik-Feedback pro Fehler, seit dem 1. Januar 2026 für alle kostenlos

Ehrlich zusammengefasst ist es also: ein langer, geordneter, kostenloser Kurs, der weiter reicht als noch vor zwei Jahren — mit den Schriftsystemen in einem Nebenfach. Und genau in diesem Nebenfach muss ein Japanisch-Test die meiste Zeit verbringen.

Wie Duolingo Hiragana und Katakana beibringt

Sauber, und genau hier liegen die Kritiker falsch. Der Kurs hat eigene Zeichen-Tabs, die Duolingo als Funktion unten auf dem Startbildschirm beschreibt: drei Tabs mit interaktiven Tabellen für Hiragana, Katakana und Kanji.

Öffne einen Kana-Tab, und du bekommst die Tabelle plus die dazugehörigen Lektionen, mit Nachziehen, Zuordnen, Schreiben und Lesen. Das Nachziehen ist wichtiger, als es klingt. さ (sa), き (ki) und ち (chi) in der richtigen Strichfolge zu zeichnen, ist der Unterschied zwischen „auf dem Bildschirm wiedererkennen“ und „auf einer Speisekarte flüssig lesen“.

Die Reihenfolge stimmt ebenfalls. Hiragana kommt zuerst, und das ist richtig, weil Hiragana die Partikeln und die Verbendungen trägt, die Sätze überhaupt zusammenhalten. Katakana wird früh in Abschnitt 1 in die Lektionen eingeflochten, und Kanji tauchen erst später in Abschnitt 1 auf, wenn du beide Kana im Griff hast. Jedes brauchbare Lehrbuch macht es genauso, in derselben Reihenfolge.

Der echte Schwachpunkt ist die Platzierung. Die Tabs liegen neben dem Pfad statt darin, und Duolingos eigene Formulierung verrät alles: Schau vorbei, wenn du dich bereit fühlst. Nichts hindert dich daran, sie monatelang zu ignorieren, während der Hauptpfad dir weiter Sätze vorsetzt. Wer die Tabs nie öffnet, kann sich eine Serie von 200 Tagen aufbauen und trotzdem kein Bahnhofsschild lesen.

Zwei praktische Hinweise. Die Zeichen-Tabs kamen zuerst auf iOS und Android, die Website zog später nach. Und wenn du den Kurs ab Deutsch machst, hast du die neue, aus dem gemeinsamen Grundkurs abgeleitete Fassung vor dir — prüf also, was dein Gerät tatsächlich anzeigt, bevor du deine Woche danach planst.

Wenn du die Tabellen selbst willst: unsere sind kostenlos und folgen derselben Reihenfolge. Erst die Hiragana-Tabelle mit allen 46 Zeichen und Beispielwörtern, dann die Katakana-Tabelle. Und falls dir nicht klar ist, warum Japanisch beides braucht, klärt Hiragana oder Katakana das auf einer Seite.

Bringt Duolingo Kanji bei?

Ja. Duolingo bringt Kanji bei, und Tests, die etwas anderes behaupten, sind Jahre alt. Entscheidend ist das Wie.

Den Mechanismus benennt Duolingo klar: Sobald dir ein neues Kanji als Teil eines neuen Wortes begegnet, wird dieses Zeichen im Kanji-Tab zum Üben freigeschaltet. Dort bekommst du Lektionen zu seiner Form, zu seinem Gebrauch in Wörtern mit unterschiedlichen Aussprachen und Bedeutungen, dazu Nachziehen, freies Schreiben und Rätselaufgaben. Tippst du ein Zeichen an, siehst du die bereits gelernten Wörter, die es enthalten.

Lies diesen Mechanismus zweimal, denn er entscheidet über alles Weitere. Kanji kommen in der Reihenfolge, in der die Sätze sie brauchen. Nicht nach Strichzahl, nicht nach japanischer Klassenstufe, nicht nach JLPT-Stufe und auch nicht, indem komplizierte Zeichen aus einfachen Bausteinen aufgebaut werden, wie es eine reine Kanji-App tut. Ein Zeichen wie 日本 (Nihon, Japan) taucht früh auf, weil Anfängersätze es brauchen, nicht weil es der strukturell naheliegende nächste Schritt wäre.

Bei vielen Zeichen ist das kein Problem. Teuer wird es bei den Lesungen. Ein Kanji trägt mehrere, und welche du nimmst, hängt vom Wort ab, in dem es steckt:

WortRōmajiBedeutungLesung von 日 hier
日本NihonJapanni
毎日mainichijeden Tagnichi
日曜日nichiyōbiSonntagnichi, dann bi
hiTag, Sonnehi

Ein Kanji-Kurs bringt dir das als System bei, mit Regeln und Ausnahmen. Duolingo gibt dir die Wörter und lässt das System von allein entstehen — was funktioniert, wenn dir Hunderte davon begegnen, und stockt, wenn es vierzig sind.

Die zweite Lücke ist die Buchhaltung. Duolingo veröffentlicht weder eine Kanji-Zahl für den Japanischkurs noch eine Zuordnung zum JLPT. Damit kannst du die Frage nicht beantworten, die sich jede Person stellt, die Kanji lernt: Wie viele kann ich, und wie viele fehlen noch? Tests von Dritten nennen Zahlen, die einander widersprechen — meist ein Zeichen dafür, dass niemand eine offizielle Zahl hat.

Das faire Urteil zu den Kanji lautet also: echter Unterricht, echte Übung, kein Lehrplan.

Die Rōmaji-Frage: Kannst du dich an der Schrift vorbeimogeln?

Ja, kannst du, und die Voreinstellung macht es dir leicht. Duolingo sagt es selbst: Von Anfang an siehst du Hiragana und Katakana in allen deinen Japanisch-Übungen — und dazu Rōmaji. Duolingos eigener Rat lautet, Rōmaji für eine Extraportion Herausforderung abzuschalten, sobald du dich sicherer fühlst.

Lies das als Produktentscheidung. Die Stützräder sind ab Werk dran, und Abschrauben ist deine Aufgabe — was bedeutet, dass die meisten sie nie abschrauben. Duolingo hat da bewusst abgewogen: weniger Abbrüche in Woche eins, mehr Leute, die ein Jahr lang im Leerlauf rollen.

Der Preis dafür ist konkret, denn Rōmaji nimmt dir stillschweigend genau die zwei Dinge ab, die Kana dir eigentlich beibringen sollen.

Es versteckt die Partikelregel. わたしはがくせいです (watashi wa gakusei desu) heißt „Ich bin Student“. Dieses は schreibt sich ha und liest sich wa, weil es hier grammatische Arbeit leistet, statt ein Wort zu buchstabieren. Rōmaji druckt dir das wa gleich mit, und damit muss dir die Regel nie in den Kopf. Dasselbe gilt für へ als e und を als o. Unsere Hiragana-Tabelle deckt alle drei Partikellesungen ab.

Und es versteckt die Länge — hier hast du als Deutschsprachige oder Deutschsprachiger allerdings einen Vorteil, den man dir nur zeigen muss. Im Deutschen unterscheidet die Vokallänge Bedeutungen: Ofen und offen, Staat und Stadt, Rate und Ratte sind für dich verschiedene Wörter, kein Nuancenkram. Genau diese Unterscheidung braucht Japanisch. おばさん (obasan) heißt Tante, おばあさん (obāsan) heißt Großmutter. In Kana ist das zusätzliche あ ein sichtbarer, zählbarer Takt auf der Seite. In Rōmaji schrumpft derselbe Takt zu einem winzigen Strich über einem Vokal, über den dein Auge hinwegrutscht. Das Ohr hättest du dafür schon; das Rōmaji nimmt dem Auge die Vorlage weg.

Die Korrektur dauert eine Minute. Geh in die Einstellungen deines Japanischkurses, schalte Rōmaji ab, am besten um Woche zwei herum, und nimm hin, dass sich die nächsten drei Sitzungen zäh anfühlen. Das Menü ist zwischen App-Versionen umgezogen — schau also sowohl in die Einstellungen während der Lektion als auch in deine Kurseinstellungen, falls es nicht dort ist, wo du es erwartest. Und wenn dein Lesen ohne Rōmaji zusammenbricht, ist das kein Rückschritt. Das ist der tatsächliche Stand deines Lesens, endlich sichtbar.

Wo Duolingo Japanisch wirklich stark ist

Fang bei der Gratisversion an, denn sie ist keine Demo. Du kannst den ganzen Pfad durcharbeiten, ohne zu zahlen. Kostenlose Sitzungen werden über eine Ressource getaktet: Duolingo stellt Gratislernende gerade von den Herzen auf Energie um, eine Batterie, die von Lektionen geleert und von richtigen Antworten wieder aufgefüllt wird, sich in etwa einem Tag erholt und die du bei Ebbe per Werbevideo oder Edelsteinen aufladen kannst. Welches System du siehst, hängt von deinem Konto ab, weil die Umstellung schrittweise ausgerollt wurde.

Dann die Serie, die mehr Anerkennung verdient, als Sprachpuristen ihr geben. Japanisch dauert Jahre, und die übliche Art zu scheitern ist nicht Verwirrung, sondern Aufhören. Duolingo ist das beste Produkt, das je gebaut wurde, um einen Menschen dazu zu bringen, an einem Dienstagabend ohne jede Lust eine Sprach-App zu öffnen. Wer bei Gamification die Augen verdreht, sollte einmal zählen, wie viele ernsthafte Lernende im vierten Monat aufgeben.

Das Kana-Training ist der dritte Gewinn. Die Zeichen-Tabs allein rechtfertigen die Installation, selbst wenn du alles andere woanders lernen willst.

Dazu kommt: kein Einrichtungsaufwand — was bei Japanisch mehr wiegt als bei jeder europäischen Sprache. Kein Lehrbuch kaufen, keine japanische Eingabemethode installieren, keine Entscheidung, wo um Himmels willen man anfangen soll. Du tippst auf Kacheln. Bei einer so einschüchternden Schrift ist es mehr wert, als es auf dem Papier aussieht, in Woche eins jede Ausrede zu beseitigen.

Und du siehst Tausende korrekter Sätze. Japanisch stellt das Verb ans Ende, markiert Rollen mit Partikeln statt mit der Wortstellung und lässt Subjekte ständig weg. Das ist für dich halb vertraut: Im deutschen Nebensatz wandert das Verb ebenfalls nach hinten, und dass Fälle sagen, wer wem was tut, kennst du auch. Ein paar tausend gut geformte Sätze zu lesen, baut das Gefühl für diese Bauform auf, bevor sie dir jemand erklärt — und genau das sollte eine Anfängerin oder ein Anfänger tun.

Zuletzt hat Explain My Answer den ältesten Vorwurf gegen den Kurs erledigt. Klassisch hieß es, man werde falsch bewertet und bekomme nichts erklärt. Seit dem 1. Januar 2026 ist diese Erklärung pro Fehler für alle kostenlos, Japanisch eingeschlossen. Das ist eine echte Verbesserung — und im nächsten Abschnitt geht es darum, was sie immer noch nicht leistet.

Wo Duolingo Japanisch zu kurz greift

Jede Lücke unten ist spezifisch für Japanisch. Wer Spanisch lernt, würde die meisten davon kaum bemerken.

Grammatik begegnet dir, sie wird nicht unterrichtet

Japanische Grammatik besteht großenteils aus Partikeln und Verbendungen, und beides muss ausdrücklich erklärt werden. は markiert das Thema, が markiert das Subjekt, und der Unterschied dazwischen ist die meistgestellte Anfängerfrage. Bloßes Sehen klärt das nicht, weil beide Sätze korrekt aussehen und die Unterscheidung daran hängt, was die sprechende Person gerade tut, nicht an den Wörtern auf dem Bildschirm.

Bei der Höflichkeit sieht das Problem genauso aus — und hier hilft dir Deutsch tatsächlich. Du weißt längst, dass eine Sprache zwei grammatisch getrennte Register für denselben Satz haben kann, denn genau das sind du und Sie. Du weißt auch, dass das falsche Register im Büro kein Grammatikfehler ist, sondern ein sozialer. 食べる (taberu) und 食べます (tabemasu) heißen beide „essen“, nur trägt Japanisch diesen Unterschied in der Verbendung statt im Pronomen. Ein Kurs, der mit Mustern unterrichtet, zeigt dir beides und lässt dich im Unklaren darüber, welches Register du gerade produziert hast. Explain My Answer hilft dir, nachdem du danebengegriffen hast. Das ist Rückmeldung, kein Lehrplan, und vorher lesen kannst du es nicht.

Das Hörverstehen ist sauber und langsam

Das Kursaudio ist eine Stimme, ein Satz, Studioqualität, zu einem Thema, auf das du zwei Sekunden vorher vorbereitet wurdest. Echtes Japanisch ist schnell, zusammengezogen, ohne Subjekte und häufig zwei Leute gleichzeitig. DuoRadio ist eine echte Verbesserung und bleibt trotzdem im Lerntempo. Nichts in der App bereitet dich auf eine Bahnhofsdurchsage vor.

Du setzt Sätze eher zusammen, als sie zu produzieren

Das ist die tiefste Lücke, und Duolingo hat den unangenehmen Teil selbst ausgesprochen: aus einem Wortbaukasten zu antworten und über die Tastatur zu antworten, verlangen ganz unterschiedlich viel aktives Abrufen. Aus acht Kacheln die richtigen anzutippen, ist Wiedererkennen im Kostüm des Produzierens.

Den Tastatur-Umschalter gibt es zwar, in jedem Kurs ab Stufe 2. Für Japanisch heißt das: eine japanische Eingabemethode installieren und Rōmaji tippen, das erst zu Kana und dann zu Kanji wird — eine echte Fähigkeit und eine echte Hürde, und die meisten schalten nie um. Mit einem echten Menschen sprechen heißt Video Call, und Video Call gehört zu Duolingo Max. Die Gratisversion endet also beim Nachsprechen.

Kanji haben keinen Lehrplan

Oben schon behandelt, hier aber als Lücke festzuhalten: echte Übung, eine vom Wortschatz diktierte Reihenfolge, keine veröffentlichte Zahl, keine Zuordnung zu der Prüfung, die du vielleicht schreiben willst.

Womit du Duolingo Japanisch ergänzt — und wer die Finger davon lassen sollte

Der Kurs deckt grob die Hälfte dessen ab, was Anfängerinnen und Anfänger brauchen. Die andere Hälfte füllst du mit drei Dingen, in dieser Reihenfolge.

Kanji, mit verteilter Wiederholung. Ein eigenes Kanji-Werkzeug ordnet die Zeichen absichtsvoll und plant Wiederholungen um das herum, was ausgerechnet du immer wieder vergisst. Anki mit einem geteilten Deck ist kostenlos und hässlich. WaniKani kostet Geld und nimmt dir die Reihenfolge ab. Beides schlägt es, Kanji aus Versehen aufzusammeln.

Grammatik, aus einer Quelle, die erklärt. Und hier kommt der Punkt, den englischsprachige Tests nie erwähnen: Die beiden Standardwerke sind auf Englisch. Tae Kims Leitfaden zur japanischen Grammatik ist kostenlos online und setzt bei dem an, wie Japanisch tatsächlich funktioniert, statt bei englischen Übersetzungen. Genki ist das übliche Kurslehrbuch, wenn du Papier und Übungen bevorzugst. Wenn dein Englisch trägt, liegt dort die Tiefe — und das solltest du wissen, bevor du lange nach einer deutschen Entsprechung suchst. Sonst bringt dich ein deutschsprachiges Lehrbuch in Gang, und du wechselst später. Lies ein Kapitel über Partikeln, und hundert Duolingo-Sätze hören auf, rätselhaft zu sein.

Input in echtem Tempo, früher als angenehm. Erst japanische Videos und Podcasts für Lernende, dann alles, was für Japanerinnen und Japaner gemacht ist. Du brauchst Stunden, keine Lektionen, und die einzige Anforderung ist, ungefähr mitzukommen.

Hol dir eine Lehrkraft dazu, sobald das Budget es hergibt. Dreißig Minuten pro Woche mit einem Menschen, der reagiert, leisten etwas, das keine App leistet: Japanisch unter leichtem sozialem Druck abzurufen, ist genau die Fähigkeit, die die App nicht trainiert.

Für wen Duolingo Japanisch gemacht ist

Für absolute Anfängerinnen und Anfänger, die noch nie ein Kana gesehen haben. Für alle, die bisher an der Lerngewohnheit gescheitert sind und die Serie brauchen. Für Reisende, die in sechs Monaten Überlebenssätze können und eine Speisekarte lesen wollen. Für alle, die erst herausfinden wollen, ob ihnen Japanisch überhaupt Spaß macht, bevor sie Geld ausgeben.

Wer ihn überspringen sollte

Alle, die Kana bereits mühelos lesen und Kanji-Masse wollen — die gehören direkt in ein Deck mit verteilter Wiederholung. Alle mit einem JLPT-Termin, weil der Kurs nicht auf die Prüfung ausgerichtet ist. Alle, die in wenigen Monaten sprechen müssen, weil das Sprechtraining der App entweder vorgegeben oder kostenpflichtig ist. Und alle, die von sich wissen, dass Serien sie eher nervös als regelmäßig machen.

Noch unentschieden? Unser Vergleich beste App zum Japanisch lernen stellt Duolingo neben die Alternativen, und die kostenlosen Japanisch-Lektionen hier fangen genau dort an, wo die Zeichen-Tabs der App anfangen.

Duolingo Japanisch: Stärken und Lücken auf einen Blick

Duolingo JapanischWas dir trotzdem fehlt
Hiragana und KatakanaSauber unterrichtet, mit ÜbungenEine Tabelle zum Abgleichen
KanjiKommen, wie die Sätze sie brauchenEin geordnetes Deck mit verteilter Wiederholung
Grammatik erklärtRückmeldung pro Fehler, kein LehrplanEin Grammatikleitfaden oder Lehrbuch
Partikeln und HöflichkeitStändig zu sehen, selten erklärtEine Lehrkraft oder ein gutes Kapitel
Hören im MuttersprachlertempoKlar, langsam, eine StimmeEchte Sendungen, Podcasts, Gespräche
Mit Menschen sprechenVideo Call, nur im BezahltarifEine Lehrkraft oder ein Tandempartner
Tägliche GewohnheitSeine mit Abstand stärkste SeiteNichts, das ist abgedeckt
EinstiegskostenKostenlos, getaktet über Energie oder HerzenFür jede Lücke gibt es Kostenloses

Kurz zusammengefasst: das Urteil zu Duolingo Japanisch

  • Bringt er die Schriftsysteme bei?

    Hiragana und Katakana ja, in eigenen Zeichen-Tabs mit Nachziehen und Zuordnungsübungen. Kanji auch, aber sie kommen in der Reihenfolge, in der die Sätze sie brauchen, statt in einer geplanten Kanji-Abfolge.

  • Rōmaji ist voreingestellt

    Rōmaji steht ab der ersten Lektion neben den Kana, und das Abschalten ist deine Aufgabe. Schalte es um Woche zwei herum ab, sonst rollst du ein Jahr lang mit, ohne je Japanisch zu lesen.

  • Wie weit er dich bringt

    Duolingo sagt, der Japanischkurs reiche jetzt bis B2 des GER, im April 2026 von A2 angehoben — und zwar unabhängig davon, aus welcher Sprache heraus du lernst. Eine JLPT-Zuordnung gibt es nicht, er kann dir also nichts über deine Prüfungsreife sagen.

  • Was er besser kann als alles andere

    Ein kompletter kostenloser Kurs, das beste Kana-Training, gekoppelt an eine Gewohnheitsschleife, null Einrichtung und Tausende korrekter Sätze, bevor dir jemand auch nur eine Regel erklärt.

  • Was er nicht leisten wird

    Partikeln und Höflichkeitsstufen erklären, Hören im Muttersprachlertempo trainieren, deine Kanji ordnen oder dich Japanisch aus dem Nichts produzieren lassen statt aus Kacheln.

  • Die Reparatur

    Kombiniere ihn mit einem Kanji-Deck mit verteilter Wiederholung, einem Grammatikleitfaden, echtem Hören und einmal pro Woche einer Lehrkraft. Duolingo Japanisch ist die erste Schicht, nicht der ganze Plan.

Lern die Schrift, die Duolingo in einem Nebentab parkt

Unsere Japanisch-Lektionen sind kostenlos und fangen mit den beiden Kana-Schriften an. Lies hier die vollständigen Tabellen und geh dann mit abgeschaltetem Rōmaji in die App zurück.

Häufige Fragen zu Duolingo Japanisch

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