Hiragana oder Katakana: der Unterschied, die Doppelgänger und was du zuerst lernst
Zwei Schriften, dieselben 46 Laute, zwei völlig verschiedene Aufgaben. Hier ist die Arbeitsteilung, hier sind die Paare, die wirklich verwirren, und hier ist der ehrliche Grund, warum Hiragana zuerst kommt.
Was ist der Unterschied zwischen Hiragana und Katakana?
Der Unterschied zwischen Hiragana und Katakana liegt in der Aufgabe, nicht im Laut. Beide sind Kana, und beide decken dieselben 46 Grundlaute ab, か und カ sind also beide „ka“. Hiragana ist die runde Schrift für heimische japanische Wörter, grammatische Partikeln und Verbendungen. Katakana ist die kantige, zuständig für Lehnwörter, fremde Namen, Lautmalerei und Hervorhebung. Hiragana kommt zuerst.
Wofür Hiragana da ist: der Kleber in jedem Satz
Hiragana erledigt die strukturelle Arbeit. Es schreibt heimische japanische Wörter, die Partikeln, die einen Satz zusammenhalten, die Endungen von Verben und Adjektiven sowie die Lesehilfen, die neben unbekannten Kanji stehen. Nimm einer japanischen Seite die Hiragana weg, und die Sätze funktionieren nicht mehr als Sätze.
Vier Aufgaben, ungefähr in der Reihenfolge, in der sie dir begegnen.
Heimische japanische Wörter. Wörter ohne Kanji, oder solche, deren Kanji für den Alltag zu selten oder zu förmlich ist, stehen in Hiragana: ここ (koko) hier, ありがとう (arigatō) danke, きれい (kirei) hübsch. Das letzte hat durchaus eine Kanji-Form, 綺麗, aber Wörterbücher vermerken es als üblicherweise in reinen Kana geschrieben.
Grammatische Partikeln. Diese kurzen Wörter markieren, wer was mit wem macht, und sie stehen ausnahmslos in Hiragana.
| Partikel | Gelesen als | Was sie markiert | Beispiel |
|---|---|---|---|
| は | wa | das Thema | わたしは (watashi wa) was mich angeht |
| が | ga | das Subjekt | ねこがいる (neko ga iru) da ist eine Katze |
| を | o | das direkte Objekt | みずをのむ (mizu o nomu) Wasser trinken |
| に | ni | Ziel oder Zeitpunkt | にほんに (nihon ni) nach Japan |
| で | de | Ort der Handlung oder Mittel | でんしゃで (densha de) mit dem Zug |
| の | no | Besitz oder Verbindung | わたしの (watashi no) mein |
Zwei davon wechseln im Dienst ihre Lesung. は ist normalerweise „ha“, wird als Themenpartikel aber zu „wa“, und を wird „o“ gelesen. Die Hiragana-Tabelle arbeitet diese Regel vollständig durch.
Verb- und Adjektivendungen, genannt Okurigana. Das Prinzip kennst du aus dem Deutschen: Der Stamm sag- bleibt stehen, und nur die Endung bewegt sich (sage, sagst, sagte). Japanisch macht genau dasselbe, nur ist der Stamm ein Kanji und die Endung Hiragana. 食べる (taberu) heißt essen: 食 bleibt Kanji, べる ist Hiragana. Wechsle die Zeitform, und nur die Hiragana rücken nach, was 食べます (tabemasu) und 食べた (tabeta) ergibt. Das Kanji rührt sich nicht und trägt weiterhin die Bedeutung.
Furigana. Kleine Hiragana, über oder neben ein Kanji gesetzt, um dessen Lesung auszubuchstabieren. Kinderbücher, Manga und Anfängerlehrbücher stützen sich ständig darauf, ein Grund mehr, warum sich Hiragana früh auszahlt.
Wofür Katakana da ist: die Importspur
Katakana kümmert sich um das, was von außen kam, dazu um ein paar Spezialeffekte. Sein Revier ist schmaler als das der Hiragana, und genau deshalb wirkt es anfangs weniger vertraut. Fünf Situationen decken fast alles ab, was dir begegnet.
1. Lehnwörter (Gairaigo). Aus anderen Sprachen entlehnte Wörter, und mit großem Abstand die wichtigste Aufgabe der Katakana: コーヒー (kōhī) Kaffee, テレビ (terebi) Fernseher, パン (pan) Brot, das über das portugiesische pão kam und nicht über das Englische.
Deutschsprachigen kommt dieses Verfahren vertrauter vor, als sie denken. Vom 16. Jahrhundert an setzten deutsche Drucker fremde, meist lateinische und französische Wörter mitten im Fraktursatz in Antiqua: eine zweite Schrift im selben Text, die nichts weiter markierte als die Herkunft eines Wortes. Genau diesen Dienst leistet Katakana bis heute, nur ohne dass die Mode je gewechselt hätte.
Und das Deutsche hat selbst geliefert. アルバイト (arubaito) kommt von Arbeit, bedeutet im Japanischen aber nur den Nebenjob und nicht die Arbeit überhaupt. エネルギー (enerugī) stammt von Energie, テーマ (tēma) von Thema. Du liest in Katakana also Wörter, die du längst kennst, sobald du akzeptierst, dass sie unterwegs einen japanischen Akzent angenommen haben.
2. Fremde Namen und Orte. Dein eigener Name wird in Katakana geschrieben, ebenso jedes Land und jede Stadt außerhalb Japans: アメリカ (Amerika) Amerika, マイク (Maiku) Mike.
3. Lautmalerei. Geräuschwörter, die das Japanische weit stärker nutzt als das Deutsche, besonders im Manga: ワンワン (wanwan) das Wau eines Hundes, ドキドキ (dokidoki) ein pochendes Herz.
4. Wissenschaftliche und technische Namen. Tier- und Pflanzenarten erscheinen in biologischen Texten und auf Verpackungen in Katakana, selbst wenn das Tier durch und durch japanisch ist: ネコ (neko) Katze, イヌ (inu) Hund.
5. Hervorhebung. Katakana wirkt so, wie im Deutschen die Kursivschrift wirkt. Schreib ein sonst in Hiragana übliches Wort in Katakana, und es springt von einer Anzeige oder einer Speisekarte ins Auge. Dieser Gebrauch überrascht Lernende, denn das Wort ist überhaupt nicht fremd, es wird nur ein wenig lauter gesagt.
Der vollständige Formenbestand steht auf der Katakana-Tabelle, zusammen mit den zusätzlichen Kombinationen, die das Japanische für ursprünglich fehlende Laute gebaut hat, etwa ファ (fa) und ティ (ti).
Hiragana und Katakana nebeneinander: die verwechselbaren Paare
Die Formen sind keine Stilfrage, und auch die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Schriften sind nicht zufällig. Beide stammen von den Man'yōgana ab, chinesischen Zeichen, die frühe japanische Schreiber rein für ihren Lautwert benutzten. Hiragana entstand daraus, dass man diese Zeichen im fließenden Kursivstil Sōsho schrieb, sodass ein ganzes Kanji zu einer einzigen durchgehenden Kurve verschliffen wurde. Katakana geht auf buddhistische Mönche des 9. Jahrhunderts zurück, die schnelle Randnotizen brauchten und dafür einen einzelnen Bestandteil aus einem Zeichen herausschnitten, um nur diesen zu benutzen. Der Name hält es fest, denn Katakana heißt fragmentarische Kana.
Vergleiche か und カ. Beide sind „ka“, und beide stammen vom Kanji 加 ab. Das Hiragana か ist das ganze 加 in Kursive, deshalb fließt es und schließt sich zu einer Schlaufe. Das Katakana カ ist nur der linke Teil von 加, deshalb hört es nach zwei geraden Strichen auf.
Genau darum sehen bestimmte Paare über die Schriftgrenze hinweg wie Verwandte aus, und genau das sind sie auch. Lerne sie paarweise statt einzeln, denn dein Auge lernt eine Form am schnellsten über den Kontrast.
| Hiragana | Katakana | Rōmaji | Woran du sie unterscheidest | Gemeinsamer Ursprung |
|---|---|---|---|---|
| き | キ | ki | Beide tragen zwei Querstriche. き endet unten links mit einer Kurve; キ führt einen geraden Strich hindurch und hört auf. | Beide aus 幾 |
| せ | セ | se | セ ist せ ohne den linken kreuzenden Strich. Zähl die Striche, dann hast du es. | Beide aus 世 |
| り | リ | ri | り hakt unten rechts ein und rollt sich ein; リ hält beide Striche fast gerade und getrennt. | Beide aus 利 |
| か | カ | ka | か ist カ plus einem kurzen Extrastrich oben rechts. Sonst unterscheidet sie nichts. | Beide aus 加 |
| へ | ヘ | he | Praktisch identisch. Das Katakana ist an der Spitze eine Spur schärfer, aber welches du liest, sagt dir in Wahrheit der Kontext. | Beide aus 部 |
| さ | サ | sa | さ hat einen Querstrich und einen geschwungenen Auslauf. サ hat einen Balken, den zwei gerade Senkrechte kreuzen, und nirgends eine Kurve. | Verschieden: 左 und 散 |
| ち | チ | chi | ち hat einen Querstrich und schwingt in eine weite Kurve aus. チ hat zwei Querstriche und fällt gerade nach unten. | Verschieden: 知 und 千 |
Lies die letzte Spalte genau, denn sie leistet echte Arbeit. Wo der Ursprung geteilt ist, sind die beiden Zeichen Varianten einer einzigen Form, und eine einzige Regel trennt sie: Such die Kurve, und das Zeichen mit der Kurve ist das Hiragana. Wo die Ursprünge auseinandergehen, wie bei さ und サ oder ち und チ, ist die Ähnlichkeit Zufall, und die beiden Formen haben weniger gemeinsam, als es zunächst aussieht.
へ und ヘ sind der Extremfall: dasselbe Ausgangskanji, derselbe Laut, nahezu identisch gezeichnet. Diese beiden liest niemand Zeichen für Zeichen. Man liest sie aus der Schrift ringsherum, so wie du ein kleines „l“ von einer „1“ am Umfeld erkennst und nicht an der Form.
Unter all dem liegt eine schnelle Faustregel. Katakana ist aus geraden Strichen und harten Ecken gebaut, Hiragana rundet und schlingt. Das einzige Katakana, das sich schließt, ロ (ro), tut es mit vier rechten Winkeln.
Die vier Katakana, über die alle stolpern: シ, ツ, ソ, ン
Diese Verwechslung überlebt alle anderen, und sie spielt sich vollständig innerhalb der Katakana ab. シ (shi), ツ (tsu), ソ (so) und ン (n) bestehen aus denselben zwei Zutaten: ein paar kurzen Strichen und einem langen schwingenden Strich. Der Wikipedia-Artikel zu Katakana sagt es direkt und hält fest, dass sich diese Zeichen nur in der Richtung der kleinen Striche voneinander unterscheiden.
Sortiere sie in zwei Schritten.
Schritt eins: zähl die kurzen Striche. シ und ツ haben zwei. ン und ソ haben einen. Damit zerfallen vier Zeichen in zwei Paare, bevor du über irgendetwas anderes nachgedacht hast.
Schritt zwei: lies die Richtung. Das ist der Schritt, der es wirklich löst, und er kommt direkt daher, wie die Zeichen mit der Hand geschrieben werden.
| Katakana | Rōmaji | Kurze Striche | Ihr Winkel | Langer Strich | Beispielwort |
|---|---|---|---|---|---|
| シ | shi | zwei | fast flach, untereinander an der linken Seite | setzt unten links an und schwingt nach oben | シャツ (shatsu) Hemd |
| ツ | tsu | zwei | fast aufrecht, nebeneinander an der Oberkante | setzt oben rechts an und schwingt nach unten | ツアー (tsuā) Reise |
| ン | n | einer | fast flach, links | setzt unten links an und schwingt nach oben | パン (pan) Brot |
| ソ | so | einer | fast aufrecht, oben | setzt oben rechts an und schwingt nach unten | ソファ (sofa) Sofa |
Sag es laut, bis es sitzt: shi und n gehen hoch, tsu und so gehen runter.
Der Winkel der kurzen Striche ist der Hinweis, den du im Druck nutzen kannst, wo du keiner Hand beim Schreiben zusehen kannst. シ und ン tragen flache, waagerechte Striche an der linken Seite des Zeichens. ツ und ソ tragen aufrechte, senkrechte Striche an der Oberkante. Im Pinselduktus tritt dieser Unterschied deutlicher hervor als in einer Bildschirmschrift, weshalb sich das Paar online schwerer anfühlt als auf Papier.
Übe es dann an einem einzigen Wort: シャツ (shatsu), Hemd. Es beginnt mit シ und endet auf ツ, sodass ein einziges Wort aus drei Zeichen die beiden Mitglieder des härtesten Paares direkt nebeneinanderstellt. Lies es zehnmal richtig, und die Sache ist erledigt.
Hiragana hat seine eigenen Doppelgänger, れ gegen ね gegen わ, る gegen ろ und ぬ gegen め. Sie sind sanfter als diese Vierergruppe, weil keine zwei von ihnen ein Strichmuster so eng teilen. Die Hiragana-Tabelle gruppiert sie zum Lernen.
Hiragana oder Katakana zuerst? Hiragana, und zwar deutlich
Lerne Hiragana zuerst. Der ehrliche Grund ist nicht, dass Katakana schwerer wäre, denn das ist es nicht. Er lautet: Du kannst überraschend viel Japanisch lesen und dabei stillschweigend jedes Katakana-Wort überspringen, aber kein einziges Hiragana-Wort.
Die Zahlen stützen das. Eine Häufigkeitsstudie über einen kompletten Jahrgang der Tageszeitung Asahi Shimbun, rund 56,6 Millionen Tokens, fand 41,38 % Kanji, 36,62 % Hiragana und nur 6,38 % Katakana (Chikamatsu und Kollegen, Behavior Research Methods, Instruments, & Computers, 2000). Hiragana taucht fast sechsmal so oft auf wie Katakana.
Häufigkeit ist nur die halbe Begründung. Hiragana trägt die Grammatik, und deshalb ist ein Satz ohne seine Partikeln und Verbendungen kein Satz mit Lücken, sondern unlesbar. Ein Satz ohne seine Katakana-Wörter ist ein Satz mit ein paar unbekannten Substantiven, den du trotzdem zerlegen und oft aus dem Zusammenhang erraten kannst.
Hiragana schaltet außerdem deine Lernmaterialien frei. Furigana stehen in Hiragana, Wörterbücher geben Lesungen in Hiragana an, und Anfängerlehrbücher setzen es ab Kapitel eins voraus. Lerne es zuerst, und alles, was du schon besitzt, fängt an zu funktionieren.
Zwei ehrliche Einschränkungen. Der Abstand ist kleiner, als die Reihenfolge nahelegt, weil beide Schriften identische Laute teilen: Sobald du Hiragana liest, ist Katakana nur ein Satz neuer Formen für Laute, die dir längst gehören, meist eine Sache von Tagen statt von Wochen. Und schieb es nicht um Monate auf. Lehnwörter stehen auf der ersten Speisekarte und dem ersten Ladenschild, das dir begegnet, und wer Katakana nicht lesen kann, steckt genau dort fest, wo Anfänger am liebsten lesen würden.
Hiragana, Katakana und Kanji: wo die dritte Schrift sitzt
Hiragana und Katakana sind zwei Drittel der Geschichte. Kanji ist die dritte Schrift, aus dem Chinesischen entlehnt, und sie läuft nach einem anderen Prinzip: Jedes Zeichen trägt eine Bedeutung statt eines festen Lautes, und die meisten lassen sich je nach Wort auf mehr als eine Weise lesen.
Auch der Maßstab ist ein anderer. Die Jōyō-Liste, also die Zeichen, die Schule und Verlagswesen in Japan als Standard behandeln, umfasst seit ihrer Überarbeitung von 2010 genau 2.136 Kanji. Davon verteilen sich 1.026 (die Kyōiku-Kanji) auf die sechs Jahre der Grundschule.
Kanji und Hiragana arbeiten als Paar, nicht als Rivalen. Kanji liefert den Stamm und die Bedeutung, Hiragana liefert die Endung, die ihn beugt. Kanji erledigt außerdem eine Aufgabe, die sonst nichts übernehmen kann: Japanisch setzt keine Leerzeichen zwischen Wörter, und deshalb ist der optische Wechsel von einem dichten Kanji zu einer Strecke Hiragana das, was dem Lesenden zeigt, wo ein Wort aufhört und das nächste anfängt. Deutsch kennt dieses Problem in kleinerem Maßstab: In einem Wort wie Donaudampfschifffahrtsgesellschaft muss das Auge die Bestandteile selbst finden, und niemand markiert dir die Fugen. Ein Satz, der komplett in Hiragana steht, ist lesbar und ehrlich anstrengend.
Katakana steht außerhalb dieser Anordnung, was die Aufgabenteilung ein letztes Mal wiederholt. Hiragana und Kanji bauen den Satz. Katakana etikettiert, was von woanders kam. Der Wikipedia-Überblick zur japanischen Schrift hat die historischen Einzelheiten.
Ein Satz, drei Schriften
Hier ist das ganze System bei der Arbeit, in einem kurzen Satz.
私はコーヒーを飲みます。
Watashi wa kōhī o nomimasu. „Ich trinke Kaffee.“
| Teil | Schrift | Lesung | Warum diese Schrift |
|---|---|---|---|
| 私 | Kanji | watashi | Ein Inhaltswort, „ich“. Ein Zeichen trägt die ganze Bedeutung. |
| は | Hiragana | wa | Die Themenpartikel. Grammatik steht immer in Hiragana, und は wird hier „wa“ gelesen. |
| コーヒー | Katakana | kōhī | Ein Lehnwort aus dem englischen coffee. Importiert, also Katakana. |
| を | Hiragana | o | Die Objektpartikel, die den Kaffee als das Getrunkene markiert. |
| 飲 | Kanji | no | Der Stamm von 飲む (nomu), trinken. Hier wohnt die Bedeutung. |
| みます | Hiragana | mimasu | Okurigana: die höfliche Endung, die an diesem Stamm hängt. |
Jetzt sieh dir an, was passiert, wenn sich der Satz ändert.
Setz ihn in die Vergangenheit, und du bekommst 私はコーヒーを飲みました (watashi wa kōhī o nomimashita), „ich habe Kaffee getrunken“. Nur die Hiragana haben sich bewegt. 飲 blieb stehen, weil die Bedeutung stehen blieb.
Tausch das Getränk gegen Tee, und du bekommst 私はお茶を飲みます (watashi wa ocha o nomimasu). Die Katakana verschwinden vollständig, denn Tee ist im Japanischen kein Lehnwort, weshalb お茶 (ocha) mit einem Hiragana-Präfix und einem Kanji geschrieben wird.
Das ist Hiragana gegen Katakana in einem einzigen Versuch. Hiragana beugt sich, Kanji steht still, und Katakana taucht nur auf, wenn der Satz für ein Wort nach außerhalb des Japanischen greift.
Eine Übungsidee. Such dir online eine japanische Speisekarte, ein Produktetikett oder ein Ladenschild und sortiere jedes Wort nach Schrift in drei Stapel. Du musst nichts davon verstehen. Die Katakana-Einträge stechen heraus, weil sie kantig sind, und jeder einzelne ist ein Fremdwort, das du wahrscheinlich durch lautes Lesen knacken kannst. Prüf dich danach an den vollständigen Tabellen: die Hiragana-Tabelle für alle 46 runden Zeichen und die Katakana-Tabelle für alle 46 kantigen. Nächste Lektion: Der Leitfaden zu japanischen Zahlen benutzt ab der ersten Zeile beide Schriften, und der Japanisch-Bereich ordnet den Rest.
Hiragana und Katakana auf einen Blick
| Hiragana | Katakana | |
|---|---|---|
| Wofür es da ist | Heimische Wörter, grammatische Partikeln, Verb- und Adjektivendungen, Furigana | Lehnwörter, fremde Namen, Lautmalerei, wissenschaftliche Namen, Hervorhebung |
| Optischer Charakter | Rund und fließend, aus ganzen Kanji in Kursive | Kantig und gerade, aus Fragmenten, die aus Kanji geschnitten wurden |
| Wann Anfänger darauf treffen | Im allerersten Satz, den du liest | Auf der ersten Speisekarte oder dem ersten Ladenschild |
| Grundzeichen | 46 | 46 |
| Abgedeckte Laute | Dieselben 46 Laute | Dieselben 46, plus Extrakombinationen für fremde Laute |
| Anteil an einem Zeitungsjahrgang | Rund 37 % | Rund 6 % |
| Lernreihenfolge | Zuerst | Danach, und es geht schneller |
Kurz zusammengefasst: Hiragana und Katakana
Der Unterschied in einer Zeile
Dieselben 46 Laute, verschiedene Aufgaben. か und カ sind beide „ka“. Was sie trennt, ist das, was jede Schrift schreibt, nicht wie sie klingt.
Was macht Hiragana?
Heimische Wörter, grammatische Partikeln, Verb- und Adjektivendungen (Okurigana) und Furigana als Lesehilfe. Es ist die Schrift, die einen Satz zusammenhält.
Was macht Katakana?
Lehnwörter, fremde Namen, Lautmalerei, wissenschaftliche Artnamen und Hervorhebung. Es wirkt ungefähr so, wie im Deutschen die Kursivschrift wirkt.
Die Doppelgänger, auf die du achten solltest
Über die Schriftgrenze hinweg: き/キ, せ/セ, り/リ, か/カ, へ/ヘ. Innerhalb der Katakana sind die harten vier シ, ツ, ソ und ン. Shi und n gehen hoch, tsu und so gehen runter.
Das Wichtigste zum Mitnehmen
Lerne Hiragana zuerst, denn ohne es liest du keinen einzigen Satz. Katakana dauert danach Tage statt Wochen, weil die Laute dir bereits gehören.
Bleib beim Japanischen
Du weißt jetzt, welche Schrift welche Aufgabe hat. Nimm dir als Nächstes die Zeichen selbst vor, angefangen bei der Schrift, auf der die japanische Grammatik läuft.